Das klingt zunächst ziemlich abwegig nicht wahr? Aber es stimmt! Kreativität wird im Allgemeinen als gottgegebenes Talent wahrgenommen, man hat es oder man hat es nicht. Weit gefehlt. Jeder, ob er es glaubt oder nicht ist Kreativ und diese Fähigkeit kann man ausbauen und trainieren. Warum das so ist und wie jeder kreativer werden kann, betrachten wir in diesem Artikel näher.
Was ist Kreativität?
Bevor wir im Detail über Kreativität und deren Ausübung reden, sollten wir uns erstmal Klarheit verschaffen was Kreativtät eigentlich ist.
Kreativität ist die Fähigkeit und die innere Bereitschaft etwas Neues oder Originelles zu schaffen. Das bedeutet gedanklich neue Wege zu gehen um z.B. etwas zu erfinden oder entwickeln was vorher nicht da war, oder aber um eine Herausforderung anders als bisher zu bewältigen. Das reicht von klassischer Problemlösung bis hin zur Entwicklung neuer Konzepte oder zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Voraussetzung ist, dass du Willens bist bisher Bekanntes und insbesondere auch eigene Standpunkte in Frage zu stellen, und die Dinge auch aus anderer Perspektive betrachtest. Somit Kreativität ist keineswegs eine Gabe die irgendwelchen Genies vorbehalten ist, sondern nur eine Mischung aus innerer Einstellung, methodischem Know – How und schlicht Übung.
In der Haifischstrategie® gibt es zwei Arten der Kreativität, die künstlerisch- musische und die praktische Kreativität. In diesem Kontext gehrt es ausschließlich um die praktische Variante. Praktische Kreativität hilft das eigene Handlungspotential zu erweitern. Wer kreativ ist findet mehr und bessere Lösungen und Denkansätze. Das gilt im Privatleben genauso wie im beruflichen Umfeld. Bessere Lösung bedeutet mehr Nutzen, mehr Erfolg, weniger Stress, mehr Lebensqualität.
Jeder ist Kreativ
Diese Aussage ist leicht zu beweisen. Wenn wir uns vor einer unangenehmen Aufgabe oder Verpflichtung drücken wollen, sind wir in der Regel sehr erfinderisch, an Ausreden herrscht dann kein Mangel. Berufstätige Frauen mit Kindern sind jede Woche gezwungenermaßen kreativ, nur so können sie beiden Lebensbereichen gerecht werden. Beim Umgang mit dem jeweils anderen Geschlecht, fehlt es uns zumeist nicht an Einfällen um Kontakte herzustellen oder zu vertiefen. Im wissenschaftlich- technischen Bereich ist das Anhand der vielen Erfindungen und Geräte die uns heute im Alltag begleiten unzählige unter Beweis gestellt worden. Die Liste lässt sich beliebig langer fortsetzen, aber ich denke der Gedanke ist ausreichend plausibilisiert.
Was hindert uns Kreativ zu sein?
Nun, vor allem Angst und gedankliche Faulheit und mangelende Flexibilität. Aber auch das ist überwindbar. Es gibt typische Denkblockaden und Geisteshaltungen die Kreativität unterdrücken, siehe nachstehende Hitliste.
- „Das geht niemals“
- „Das schaffe ich nicht“
- „Das haben wir noch nie so gemacht“
- „Die anderen werden mich auslachen“
- „Das wird nie akzeptiert“
- „Das ist absolut unmöglich“
- „Das kann gar nicht klappen“
- „Niemand braucht das“
- „Niemand will das“
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, das ist auch gar nicht der Sinn. Die Gemeinsamkeit der obigen und aller anderen Kreativitätsblockaden ist eine Mischung aus Angst, Selbstzweifel, unbewiesener Annahmen und mangelnder Methodik. Wer etwas im Geiste schon verneint hat seinen Geist sozusagen schon im Vorfeld auf Versagen und Einfallslosigkeit programmiert. Diese Kreativitätsblockaden sind in zig-tausend Fällen widerlegt worden.
Beispiele:
Im 19.Jahrhundert „wussten alle“
- dass der Mensch nicht fliegen kann. Die Pioniere das Flugzeugbaus sahen das anders;
- dass eine Kutsche ohne Gespann „niemals“ fahren kann, dennoch wurde das Auto erfunden.
- dass Menschen niemals auf dem Mond landen können; voila es geht doch.
Kreativitätsfördernde Einstellung
Wie immer in der Haifischstrategie® beginnt alles in deinem Kopf. Es gibt Einstellungen und Geisteshaltungen die Kreativtät zulassen und fördern.
- Für jedes Problem gibt es immer mehr als eine richtige Lösung.
- Wer neue Wege geht, schwimmt gegen den Strom. Das ist nicht immer kuschelig, aber was soll‘s. Mit etwas Mut und Beharrlichkeit wirst du damit schon fertig.
- Die Meinung der anderen ist gut und schön, aber wenn du an dich glaubst und „dein Ding“ dennoch durchziehst wirst du in jedem Falle deutlich weiter kommen, als du Anfangs glaubtest. Keineswegs haben die anderen und schon gar nicht die „Experten“ oder Vorgesetzten immer recht.
- Es gibt keine „unmöglichen“ Lösungen. In den 40 er Jahren hätte niemand sich das Internet vorstellen können, heute ist es etwas Alltägliches.
- Du betrachtest ein Vorhaben, ein Problem immer von mehreren Seiten, bevor du aufgibst. Geh um dein Problem herum, sammle alle Fakten ein und stelle auch deine Lösungsansätze mal in Frage. Wir haben alle unsere Scheuklappen, sie abzulegen ist aufregend und macht Spaß.
- Mache es wie die Kinder und stelle naive, ja auch „dumme“ Fragen. Die Antworten darauf sind häufig sehr überraschend.
- Sammle alle Fakten, Daten und Zahlen, bringe Sie in eine geordnete Struktur. Dann machst du eine Pause und lässt dein Problem erstmal liegen. Dein Unterbewusstsein arbeitet im Hintergrund weiter daran. Ein paar Tage oder auch ein paar Wochen später kommt die Lösung wie von selbst.
Kreativität trainieren
- Das ist besonders reizvoll, denn es macht Spaß und ist weitgehend kostenlos.
- Lies interessante oder spannende Bücher, pflege deine Hobbies und Interessen treibe Sport, pflege den Umgang mit klugen und interessanten Menschen.
- Sei ein guter Zuhörer, deine Mitmenschen liefern dir viele hilfreiche Ansätze und Gedanken, du musst sie nur wahrnehmen.
- Stell dir vor du wärst in der Position deines Gegenspielers, was würdest du tun? Auch das bringt dich auf interessante Gedanken.
- Lerne neue Fähigkeiten, wie Sprachen, Tanzen, Basteln, Umgang mit dem PC etc.
- Auch die Beschäftigung mit Philosophie hilft dabei die eigenen mentalen Grenzen zu überschreiten und gedankliches Neuland zu beschreiten. Auch diese Liste ist beliebig erweiterbar, da ist im Grunde für jeden Geschmack was drin um Kreativität zu üben.
Nachstehend noch ein paar Gedanken als zusätzliche Hilfestellung.
„Vor ein paar Jahren beklagte eine führende Ölgesellschaft, daß es einigen Mitarbeitern im Bereich Forschung und Entwicklung an Kreativität mangele. Die Firmenleitung setzte ein Psychologenteam ein. Es sollte herausfinden, worin sich die wenig kreativen Mitarbeiter von den Kreativen unterschieden. Nach drei Monaten kamen die Psychologen zu dem Ergebnis: der Hauptunterschied zwischen den kreativen und den weniger kreativen Mitarbeitern besteht schlicht darin, daß die kreativen Leute sich selbst als kreativ einschätzen, und die weniger kreativen genau das nicht tun.“
Richard L. Weaver, amerik. Hochschullehrer
„Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.“ Kurt Marti (*1921), schweizer. Pfarrer u. Schriftsteller
„Am 14. Juli 1881 erschien in Berlin das ‘Buch der 96 Narren’ – das erste Telefonbuch! ‘Buch der 96 Narren’ nannte es der Volksmund, weil sie dem Mann auf der Straße leid taten, die ersten 96 deutschen Teilnehmer, die auf diesen ‘Schwindel aus Amerika’ hereingefallen waren: das Telefon. Der Postminister bot übrigens jeder Stadt ein eigenes Fernsprechnetz an, wenn sich wenigstens 40 Interessenten melden würden. In Köln waren es nur 36. Die Stadt wäre vielleicht heute noch ohne Telefon, wenn die Industrie- und Handelskammer nicht für die fehlenden vier gebürgt hätte.“ unbekannt
Kreativität ist im Grunde nicht als angewandte Aufgeschlossenheit gepaart mit einem Schuss Wagemut. Trau dich, nimm dich und die „anderen“ nicht so ernst und denke und handle in neuen Bahnen und vor allem gib nicht auf!
Oktober 28th, 2011 um 5:55 am
Hey!
Nachdem ich jetzt immer wieder mal auf deinem Blog mitlese, wollte ich dir auch mal einen Kommentar hinterlassen.Diesen Text finde ich nämlich sehr gut.Aber eigentlich ist dein extravaganter Blog immer lesenswert.Aber auch sonst lese ich hier immer wieder neue und interessante Artikel.Ich wünsche dir aber, dass noch mehr Leute erkennen, wie interessant dieser Blog ist.
Alles Liebe!